SWB – MeiBlog

"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein." (Albert Einstein)

Camouflaging – wo zur Hölle ist es, das wahre Ich?

7 Kommentare


Die Frage nach dem Selbst, nach dem wahren Ich, nach dem, wer man eigentlich ist, beschäftigt jeden Menschen in seiner Entwicklung – zumeist irgendwann zwischen Jugend- und Erwachsenenalter entwickelt man zumindest eine Ahnung davon, was einen selbst ausmacht, wer man eigentlich ist. Autismus ist per Definition eine neurologische Entwicklungsstörung, die sich nach außen insbesondere in den Bereichen der Wahrnehmungsverarbeitung und der Kommunikation zeigt. Aber der eigene Autismus kann sich nach innen auch in der Frage, wer man eigentlich ist, zeigen.

Eine Entwicklungsstörung meint nicht, dass überhaupt keine Entwicklung stattfindet oder möglich ist. Sondern, dass die Entwicklung anders verläuft, zum Beispiel langsamer. Aus meiner eigenen, selbstverständlich nicht generalisierbaren, Erfahrung heraus, kann ich bestätigen, dass die Entwicklung in bestimmten Bereichen sogar sehr viel länger dauert, als bei nichtautistischen Menschen. Dazu gehört u.a. auch die Entwicklung eines stabilen Selbst. Mit meinem heutigen Wissen verwundert es mich nicht, dass dies so ist. Wer sich selbst verleugnet, tut sich nun mal sehr schwer damit –logischerweise, wie ich finde – sein wahres Ich – wenn es so etwas überhaupt gibt – oder ein Selbst zu finden.

Ich habe bereits einige Therapieversuche hinter mir. Immer mal wieder bin ich von Therapeuten gefragt worden, wer ich bin. Ich wusste keine Antwort. Irgendwann sagte ich einem dieser Therapeuten verzweifelt, dass ich einfach nicht wissen würde, wer ich sei, ich hätte mich wohl unterwegs verloren oder gar nicht erst gefunden. Seither entwickelte ich unterschiedliche Hypothesen und Theorien, woran das wohl liegen könnte. So richtig erklären konnte ich es jedoch weder anderen noch mir selbst. Warum konnte ich so lange kein wirklich stabiles Selbst, kein wahres Ich entwickeln?

Als sehr kleines Kind habe ich versucht, ich zu sein. Meine Mutter beschrieb meine Versuche zusammenfassend folgendermaßen: „Du warst ein sehr stures Kind. Nein war dein Lieblingswort“. Ich habe es mit ausdauerndem Schreien, mit Weinen, mit Nein versucht und – ich scheiterte. Vorhersehbar, denn in meiner Kleinkindzeit war Gehorsam etwas, das Eltern von ihren Kindern einforderten. Gehorsam ist immer noch etwas, das die Gesellschaft bei Kindern und in anderen Kontexten als wertvolle Norm empfindet. Ich musste mich also anpassen, den Erwartungen meiner Eltern, der Gesellschaft entsprechen. Seither kämpfe ich ums Überleben, indem ich mich anpasse und streckenweise sogar komplett selbst verleugne. Vieles von dem, was ich mochte, was meinen Bedürfnissen entsprochen hätte, was ich wagte zu zeigen, wurde von meiner Umwelt abgewertet, als nicht genügend, falsch, befremdlich bewertet von denen, auf deren Unterstützung ich angewiesen war. Ich habe sehr früh gelernt, ein wie auch immer geartetes wahres Ich möglichst gut zu verstecken. Die meisten Dinge mache ich seit meiner Kindergartenzeit mit mir selbst aus.

Seither tarne ich mich auch. Das meint, dass ich sozusagen ein geheimes, zweites Erleben in mir selbst habe, nach außen hin aber so tue als ob. Schon absurd, dass Autisten das angeblich nicht können sollen. Ich würde eher sagen, dass ich in gewisser Weise eine Schauspielerin geworden bin. In gewisser Weise meint, dass ich nach wie vor weder Talent noch Ambitionen habe, auf einer Bühne zu stehen oder in einem Film mitzuspielen. Gesellschaftsspiele, bei denen man pantomimisch etwas darstellen soll, wecken in mir sofortige Fluchtimpulse. Aber ich schaue mir seit meiner Kindergartenzeit von anderen ab, wie die sich verhalten und kopiere sie. Später entwickelte ich die Theorie, dass das normal wäre. Dass diejenigen, die von Identität und Authentizität sprachen, falsch liegen würden. Ich dachte, jeder Mensch würde es so wie ich machen, indem er zum Beispiel die Art, wie ein beliebter Klassenkamerad lachte oder den Mund verzog, nachahmt. Ich war überzeugt davon, dass jeder ein Sammelsurium an kopiertem Verhalten sei, sich seine Identität über die Zeit zusammengesucht hatte und diese sich mit jedem neuen abgekupferten Verhalten demnach zeitlebens wandeln würde.

Andere sagten überdies Dinge, die mit ihrem Verhalten nicht zusammenpassten. Mir erschien so vieles um mich herum unsinnig oder absurd und ich verzweifelte schon damals an dem, was sie das ganz normale Leben nannten. Um mir das zu erklären, kam ich zu dem Schluss, dass die anderen wohl etwas vorspielten, was sie – so wie ich – in Wirklichkeit vollkommen anders empfanden. Schauspieler zu sein, wäre also in Ordnung und die Kunst, im Leben erfolgreich zu sein, läge darin, gut genug zu schauspielern. Im Lauf der Zeit habe ich mir viele Rollen erarbeitet, die ich samt zugehörigem Text vorspielen kann. Je nach Verfassung gelingt mir das mehr oder weniger gut. Meine verschiedenen Rollen erlebe ich aber bis heute nicht als „das bin ich selbst“, sondern als aufgesetzt.

Was hätte ich anderes tun sollen, als mir die Erfüllung meiner Bedürfnisse durch andere zu versagen, mein eigentliches Wesen zu verstecken und stattdessen die passenden Dinge vorzuspielen? In dem Dilemma gefangen, ohne jemanden an meiner Seite, auf mich allein gestellt, einfach nicht lebensfähig zu sein? Dass ich dringend auf Unterstützung angewiesen war, ahnte ich bereits früh. Damals konnte ich aber nicht klar benennen, weshalb. Ich wusste nur: ohne Familie ging es nicht. Als Jugendliche war mir klar: Nach der Schule zog man aus, um zu studieren – die Möglichkeit, eine Ausbildung zu machen, kam in meiner Welt nicht vor. Weil man damit seine Familie damit sozusagen verlor, zog man mit jemandem zusammen, gründete seine eigene Familie und ging arbeiten. Mir fehlte aber eine echte Vorstellung davon, wie das alles gehen sollte mit dem Erwachsenwerden. Vor allem das mit dem Arbeiten erschien mir als unmöglich. Kommuniziert habe ich das wie immer eher undiplomatisch. Mein Vater nahm es mir ziemlich übel, als ich bei einer der Unterhaltungen mit ihm darüber, was ich später mal arbeiten wolle, äußerte, dass ich nicht so blöd wie er sein würde, acht Stunden täglich in ein Büro zu gehen. Damals konnte ich nicht so recht nachvollziehen, weshalb er wütend wurde, heute ist mir das möglich.

Exkurs: Diese Aussage meinerseits erwies sich übrigens als selbsterfüllende Prophezeiung. Während meines Erststudiums hatte ich als Werkstudentin erste Erfahrungen mit der Arbeitswelt gesammelt. Diese Erfahrungen zeigten mir, dass ich tatsächlich nicht geschaffen zu sein schien für die Arbeit im Büro. Nur, dass dies nichts mit Blödheit zu tun hatte, sondern dass es mir schlicht nicht möglich war, wie mein Vater einen achtstündigen Bürotag durchzuhalten.

Ab dem jungen Erwachsenenalter war mir dann sonnenklar, dass es ohne Unterstützung nicht klappte. Ich sah mich nicht in der Lage, das ach so ganz normale Leben, das allen anderen anscheinend keine sonderlichen Schwierigkeiten zu bereiten schien, alleine zu bewältigen. Also suchte ich mir anfangs die nächstbeste, später zielstrebiger eine, auf die jeweilige Problemlage bezogen, mich unterstützende Person. Deren jeweilige Erwartungen ich dann erfüllt habe, erfüllen musste – damit ich deren Unterstützung nicht verlor. Denn dann war ich hilflos. Also passte ich mich an. Um jeden Preis.

Ich habe durch das Bemühen, meinen Autismus zu maskieren, zu kompensieren und mich an die nichtautistische Umwelt anzupassen, einen so großen Teil von meinem Selbst abgespalten, dass ich quasi aus zwei Teilen bestehe. Dem nach außen sichtbaren, dem angepassten Teil. Eine echte Alternative, den zweiten, den unangepassten inneren Teil oft nach außen zu zeigen, gab es nicht. Denn da bestand die Gefahr, ohne Unterstützung dazustehen und das war zu schrecklich, viel zu angsteinflößend, also habe ich diesen inneren Teil nach außen hin den größten Teil meines Lebens lieber nicht gezeigt. Und habe darüber mein wahres Ich über die lange Zeit offenbar so gut versteckt, dass ich es nicht einmal mehr selbst finden kann.

Dieses onimöse wahre Ich hätte ich sowieso zeitlebens verleugnen müssen, weil ich mich so unglaublich abgemüht habe, es richtig zu machen, allen Erwartungen zu entsprechen. Seit frühester Kindheit habe ich mit all meiner Kraft und meinem Vermögen die Erwartungen anderer erfüllt, oder zumindest versucht zu erfüllen, und bin immer noch so häufig und so jämmerlich darin gescheitert. Denn zu erkennen, dass ich falsch bin, so wie ich eigentlich bin, hat einfach nie gereicht, um richtig zu werden. Mir wird seit der Diagnose immer bewusster, dass ich mich zu einem Chamäleon entwickelt habe. Dass ich gegen meine innere Natur gelebt habe. Dass ich mich selbst vergewaltigte, Dinge tat, die mir nicht guttaten und von denen ich erst jetzt weiß, dass sie schädlich für mich waren.

Ab dem Alter, in dem Sex eine Rolle spielte, habe ich mich sogar im wörtlichen Sinn vergewaltigt. Ich hatte in meinem Bemühen, mir Wissen zu Beziehungen anzueignen, gelesen, dass der Unterschied zu einer freundschaftlichen Beziehung bei einer Paarbeziehung im Sex bestand. Ich dachte also, Sex wäre quasi eine Bezahlung für die Sicherheit, einen Menschen als festen, mir exklusiv zugehörigen Freund zu haben. Ich habe nach Kräften versucht, auch hier die Erwartungen zu erfüllen, indem ich mit aller Energie am Anfang einer Beziehung versuchte, Spaß an der Sache zu lernen, bzw. mich anpasste. Ich habe Dinge getan und erlebt, die so deutlich nicht „ich“ waren, dass die Erinnerung daran ungläubiges Kopfschütteln bei mir selbst hervorruft. In einer längeren Partnerschaft ließen sich meine Bedürfnisse in dieser Beziehung jedoch nicht unterdrücken. In sexueller Hinsicht habe ich deshalb die Erwartungen meiner Beziehungspartner an mich stets nach einiger Zeit zuverlässig enttäuscht.

In Studien ist zu lesen, dass Camouflaging gravierende gesundheitliche Folgen haben kann. Ich kann leider bestätigen, dass dies korrekt ist. Von sämtlichen möglichen Folgeerkrankungen sind in meiner Krankenakte je mindestens eines der aufgelisteten Beispiele vermerkt. Ich habe erst jetzt in seiner ganzen Tragweite begriffen, dass ich mein ganzes Leben lang die Entwicklung eines stabilen Ichs verpasst habe, weil ich die meiste Zeit nicht die sein habe können, die ich vielleicht gewesen wäre. Ich habe mehrfach gelesen, dass ich besser aufhören sollte, zu maskieren, damit es mir gesundheitlich bessergeht. Ich frage mich selbstironisch, ob es nicht ein Paradoxon an sich ist, wenn ich mich jetzt bemühen würde, den Erwartungen zu entsprechen, besser klarzukommen, indem ich mein autistisches Ich bin?

Wie würde ich wirklich leben wollen? Was bräuchte ich – nicht nur, um einigermaßen zufrieden und gesund leben zu können, sondern um ich zu sein? Was täte mir gut? Was sollte ich zukünftig lieber bleiben lassen? Diese Fragen kann ich immer noch nicht wirklich beantworten. Ich habe inzwischen bei den meisten Fragen zumindest eine vage Ahnung, traue mich jedoch die meiste Zeit nicht, auszuprobieren, ob meine Ahnung stimmt. Ich falle immer wieder in mein altbewährtes Muster zurück und passe mich reflexartig an, um mich hinterher zu ärgern, wieder eine Gelegenheit verpasst zu haben, meine eigentlichen Bedürfnisse zu äußern, frank und frei ich selbst zu sein – wer auch immer das zur Hölle ist.

Dank der Autismus-Diagnose weiß ich jetzt wenigstens, woran es liegt, dass ich den Eindruck hatte, kein wahres Ich entwickelt zu haben. Ich erkenne mehr und mehr, wo die Problematik von Camouflaging, dieses lebenslangen Bemühens, so wie die anderen zu sein, mich anzupassen, liegt. Ich erkenne die Vorteile, die es haben würde, authentisch zu sein. Nur, wie soll ich jetzt auf einmal dauerhaft mein wahres Ich zeigen, so ich denn tatsächlich irgendwo dann endlich so etwas wie ein stabiles, belastbares Ich finden sollte statt eines Chamäleons?

Bildquelle: dimitrisvetsikas1969. URL https://pixabay.com/de/photos/chamäleon-natur-reptil-tierwelt-3837131/

Autor: SWB

Erziehungswissenschaftlerin / Steuerfachangestellte mit Montessoridiplom, ich studiere an der FernUni Hagen den Masterstudiengang Bildung und Medien eEducation. Ich bin eine viellesende Autistin und Aspie-Muttertier. Ich äußere mich zwar am liebsten schriftlich, halte aber trotzdem und gerne Vorträge über das Thema Autismus.

7 Kommentare zu “Camouflaging – wo zur Hölle ist es, das wahre Ich?

  1. Vielen Dank für diese Zeilen!
    Sie machen das Dilemma, den Kampf, das Leiden so anschaulich!

    Wer bin ich?
    Was will ich?
    Was ist meine Lebens-Berufung?

    Als Asperger habe ich mich mit diesen Fragen über Jahre herumgequält.
    Manchmal habe ich mehr, manchmal weniger darunter gelitten, dass ich keine Antwort darauf hatte.

    Nun sieht es, wie ich meine, etwas anders aus. Mich dünkt, ich bin diesen Fragen bzw. den Antworten etwas auf die Spur gekommen.
    Das wünsche ich dir/Ihnen auch.

    Es ist ein Weg. Nicht unbedingt kurz. Und nicht unbedingt schmerzfrei – gelinde ausgedrückt.
    Doch es lohnt sich. Mein Lebensgefühl und das Empfinden, ganz oder frei zu sein, haben sich massiv verbessert.
    Es gibt Hoffnung.

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo Silke,

    danke für deinen hilfreichen und spannenden Text. Habe deinen Beitrag auf meinem Handy gesehen und mich gefreut, dass du geschrieben hast. Sofort hatte ich den Impuls zu antworten.
    Gleich der erste Satz hat mich berührt. Du unterscheidest das Selbst und das wahre Ich. Da war ich schon mit allen Sinnen gefangen. Als dann noch die Schlüsselwörter Entwicklung, neurologische Störung und Kommunikation in den ersten zwei Sätzen zu einem sinnvollen Ganzen, einer prima Frage zur Wahrnehmung verbunden waren, habe ich mein Laptop geöffnet und entschieden, dass ich sehr gerne einen Diskurs mit dir aufnehmen möchte.

    Kurz zu mir, damit du eine Vorstellung hast, warum du und dein Beitrag mich besonders berühren.
    Ich bin Heike, wir sind uns beim CASCO Seminar begegnet. Du hast die uns gestellte Aufgabe für unser Team mit einer Schnelligkeit und Präzision bearbeitet, was mich beeindruckt hat. Auch deine Klarheit, mit der du gefordert hast, dich nicht anzufassen, hat mir als haptischen Typ gezeigt, dass ich besser darauf achten muss, wie ich auf meine Mitmenschen zugehe. Ich bin Assessorin, Künstlerin, arbeitslose alleinerziehende Mutter, mit einem IQ von 140 und seit 2017 schwerbehindert mit Multiple Sklerose.

    Sich jeden Tag anzupassen, sich erwartungsgemäß zu verhalten, nicht immer sofort `nein´ zu sagen, wenn etwas falsch, nicht verständlich, ja dumm und auch rechtswidrig, sogar menschenverachtend ist, ist ein täglicher Aufwand, der deprimieren kann. Ich habe dich erlebt und gesehen, wie du dich trainiert hast, zu funktionieren.
    Bei deinem Beispiel mit dem sturen Kind hatte ich sofort eine Assoziation wie dir als Kind jemand gegenüber steht und fragt:”willst du einen Schokokuss?” und du kommentarlos weg gehst. Ein einfaches ja oder nein hätte der Person ausgereicht, die dir -in der Welt der Nichtautisten- eine Freude machen wollte. Die Möglichkeit, dass die Frage nicht verstanden wurde, weil nicht eindeutig zu erkennen war, dass der Schokokuss ganz für dich sein sollte, darauf wäre die Person nicht gekommen. Gerne solltest du ihn essen dürfen. Auch wenn du damit gerne einen Versuch gemacht hättest, ihn in ein Vakuum gestellt hättest (so ein Versuch für Biosphärenreservat in Potsdam) oder in der Mikrowelle beobachtest hättest, wie er in dem Gerät sich verteilt oder ihn einfach plattgedrückt hättest, oder oder, es gibt so viele Möglichkeiten neben einer Übereignung, wie der Satz gemeint gewesen sein könnte. Das kann nerven.

    Ich fühlte mich dir in deinem Beitrag so nah. Und ja, die Suche nach dem “Ich” ist eine never ending story. Never ending, weil wir uns verändern, genau wie unsere Mitmenschen und die Energien um uns herum. Hatte einen kleinen Eindruck von der Musik, die du gerne hörst und das ist eine kleine Oase, die ausbaufähig, wie gute Texte und vielleicht auch wohltuende Bilder, die Anker sein können, die helfen können, die Welt der ´Nichtautisten´ besser verstehen zu lernen.

    Mir fallen gerade Seitenweise Bemerkungen ein, die unbewußt dumm, verletzend und schlicht nur zu ertragen sind, wenn wir sie für uns verwandeln, bestenfalls so geschickt spiegeln können, dass der Nachrichtensender antworten kann. Eine Freundin von mir hat den “easy talk” entwickelt. Dann ist auch das Grübeln: ,wer bin und warum? weniger wichtig.

    Du schreibst, du bist Vielleserin. Darf ich dir bei Gelegenheit eine kleine Geschichte senden und dich dazu um eine Meinung fragen? Mache mir jetzt schon Sorgen, ob ich zuviel geschrieben habe und möglicherweise zu viel von deinem, wie du es ausdrückst “Dilemma”, zwischen Innenschau und dem wie du deine Wirkung nach außen von deiner in meine eigene Welt abgekommen bin.

    Über ein feedback von dir freue ich mich.
    Herzlichen Gruß
    Heike

    Gefällt mir

    • Hallo Heike,

      schön, dass Du dich von meinem Blogbeitrag angesprochen gefühlt hast.

      Du schreibst, Du möchtest mit mir einen Diskurs aufnehmen. Diskurs bedeutet laut Duden:
      methodisch aufgebaute Abhandlung über ein bestimmtes [wissenschaftliches] Thema
      [lebhafte] Erörterung; Diskussion
      Mir ist unklar, welches bestimmte Thema Du mit mir erörtern möchtest. Allgemeines zum Thema Camouflaging? Spezifisches zur jeweiligen individuellen Frage: Wer bin ich? (ich denke dabei stets an einen Buchtitel von Richard David Precht „Wer bin ich – und wenn ja wie viele?“)

      Bei Deinem Beispiel mit dem Schokokuss konnte ich nicht mitgehen, denn eindeutige Fragen habe ich meiner Erinnerung nach als Kleinkind verstanden. Vermutlich hat das nicht mitgehen Können jedoch ganz viel damit zu tun, dass ich Schokoküsse verabscheue. 😉

      Zu „easy talk“: ist es das hier? https://easy-talking.com/de/

      Geschichte / meine Meinung dazu: Ja.

      Zu viel geschrieben hast du nach meinem Empfinden nicht, aber welche Sorgen Du dir hier machst, habe ich nicht verstanden: „Mache mir jetzt schon Sorgen, […] und möglicherweise zu viel von deinem, […] “Dilemma”, zwischen Innenschau und dem wie du deine Wirkung nach außen von deiner in meine eigene Welt abgekommen bin.“, so dass ich nicht darauf eingehen kann.

      Sonnige Grüße aus Niederbayern
      Silke

      Gefällt mir

  3. Hallo Silke, super, dass du gleich geantwortet hast. Hier erstmal der Link zu Vera: https://easy-talking.com/de/wir/dr-vera-dreyer/
    Was den Wunsch nach „Diskurs“ betrifft, habe ich nichtmehr gefunden, wie ich zu dieser Formulierung gekommen bin. Ich möchte gerne verstehen, wie du dir vorstellst, mit dem Spielen von gelernten Rollen Frieden zu schließen. Du schreibst du warst überzeugt davon, „dass jeder ein Sammelsurium an kopiertem Verhalten sei, sich seine Identität über die Zeit zusammengesucht hatte und diese sich mit jedem neuen abgekupferten Verhalten demnach zeitlebens wandeln würde“. Das stelle ich mir genau so vor.
    Glaubst du das heute nicht mehr?
    Ich wünsche mir einen Austausch auf einer schwesterlichen, freundschaftlichen Ebene zu den von dir ausgesuchten Themen. Etwa so wie in dem Song „The Bad Touch“ von Bloodhound Gang wenn der Sänger sagt: „So show me yours, I show you mine“.
    Hier noch ein Link zu einem coolen Artikel über „Authentizität“.
    aus Chrismon 10.2020
    Schicke nicht den Link, da sehr viel andere Themen und auch Werbung dort auftritt. Also hier der kopierte Text:

    Grüße aus Berlin

    Gefällt mir

  4. Hallo Silke,

    vielen Dank für diesen Beitrag. Er passt gerade gut, da ich auf der Suche nach meinem „wahren ich“ bin. Ich bekam vor 7 Wochen meine Asperger-Diagnose und frage mich immer öfter wer bin ich? und wie bin ich? Ich habe mich mein bisheriges Leben so angepasst wie es die Gesellschaft verlangt hat dieses Verhalten wieder abzulegen fällt mir sehr schwer und funktioniert zur Zeit auch nur zu Hause. Ich merke aber inzwischen ziemlich gut wenn ich mich angepasst verhalte wie ich mich eigentlich verhalten würde. Zu diesem Thema fällt mir auch ein, dass ich letzten Sommer mit einem Coach für junge Menschen auf einer Privatfeier gesprochen habe und er mich auch mehrmals fragte wer ich bin ich das aber nicht wirklich beantworten konnte.

    Gefällt mir

Was mögen Sie zur Diskussion beitragen? Sie können gerne in einen Diskurs mit mir gehen. Die einzige Einschränkung meinerseits ist, dass dies konstruktiv und auf einer Sachebene geschehen sollte.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s