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"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein." (Albert Einstein)

Akteneinsicht

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Es gibt ein Recht auf Einsicht in die eigene Akte. Das kann man wahrnehmen, wenn ein Fachdienst eine Akte über einen führt, einiges schiefläuft und man dann doch mal nachlesen möchte, was über einen geschrieben wird, um vielleicht nachvollziehen zu können, woran das liegt.

Also wurde Anfang April um Akteneinsicht gebeten. Daraufhin teilte der Fachdienst (Chefebene) mit, dass derjenige, der Zugriff auf die Daten habe und sie ausdrucken könne für zwei Wochen im Urlaub sei, so lange müsste man sich gedulden. Kein Problem.

Intern wird von der Bereichsleitungsebene zur Chefebene kommuniziert, dass Einsicht nicht Aushändigung bedeuten würde, es aber so oder so nicht gut wäre, die Dokumentation sei nicht überragend. Befremdlich nur, dass einen Tag davor zu lesen ist, die Dokumentation sei sehr ausführlich und gut nachvollziehbar.

Nachdem bis Mitte Juli noch nichts passiert ist, fragt man doch mal wieder nach, wie es aussieht mit der Möglichkeit, die eigene Akte einzusehen. Man bietet an, dass man selbstverständlich zum Fachdienst kommen und dort vor Ort z.B. den Bildschirm abfotografieren würde und merkt an, dass man den Eindruck hat, seit April vertröstet zu werden. Als Antwort erhält man, dass davon ausgegangen wurde, die Bitte um Akteneinsicht hätte sich erledigt, aber man werde sich selbstverständlich kümmern.

Intern wird von der Fachkraft bei der Bereichsleitung wegen der Akteneinsicht nachgefragt. Die Bereichsleitung teilt mit, es gäbe nur eine Einsicht, jedoch keinen Ausdruck. Ob die Daten abgelichtet werden könnten, werde man mit der Chefebene besprechen. Von der Bereichsleitung zurückgemeldet wird, dass Akteneinsicht grundsätzlich immer beantragt werden muss, wobei genau benannt werden solle, welche Daten eingesehen werden wollen.

Diese Rückmeldung wird von der Fachkraft weitergeleitet. Ansonsten passiert – wen wundert es noch – nichts.

Also fragt man, wie es sein kann, dass Anfang April die Chefebene noch kommuniziert, man erhalte zwei Wochen später einen Ausdruck der eigenen Akte, Ende Juli dann die nächstniedrigere Ebene fordert, man solle genau benennen, was man einsehen wolle. Man fragt ab diesem Zeitpunkt nach, wie man das bitte tun solle, denn man wisse schließlich nicht, wie die Akte aufgebaut ist, was alles dokumentiert wird und wie die Punkte intern benannt werden, die man zur Einsicht genau benennen soll. Eigentlich logisch.

Anfang September sind die Dinge unübersehbar schiefgelaufen, man fordert mit Nachdruck Einsicht in die eigene Akte. Die Antwort lautet: Man werde sich selbstverständlich kümmern.

Intern ist zu lesen, dass die Fachkraft eine Woche später bei der Bereichsleitung nachfragt, ob die entsprechenden Teile der Akte schon ausgedruckt wurden.

Nach fünfeinhalb Monaten erfolglosem Bitten um Einsicht und verweisen auf das Recht auf Einsicht in die eigene Akte liegt Mitte September der Ausdruck einiger Teile der Dokumentation im Briefkasten. 89 DinA4 Seiten, Schriftgrad 8. Viel zu lesen, aber man liest ja gern und schnell.

Als autistischer Mensch mit einem Hang zu Listen und Tabellen notiert man sich schon seit dem Zeitpunkt, als man selbst bemerkte, dass die Dinge begannen schief zu laufen, Daten, Fakten, den Kommunikationsverlauf. Man hat ein ausgezeichnetes Gedächtnis, dank dessen man Gedächtnisprotokolle aller Gespräche anfertigen konnte.

Beim Lesen der Dokumentation des einen unterstützenden Fachdienstes wird einem dann so einiges klar. Zum Beispiel, dass die Dokumentation der Ereignisse doch recht lückenhaft ist. Wochenlang scheint es keinen Kontakt des Fachdienstes zum Klienten gegeben zu haben. Was tatsächlich auch der Fall war, nur halt nicht innerhalb der nicht dokumentierten Zeiträume.

Man wähnt sich beim Lesen fortan nicht wie im falschen Film, sondern streckenweise sogar wie im falschen Kino.

Denn die Dokumentation ist überaus selektiv. Man liest, dass zum Verständnis des kompletten Verlaufs wichtige Informationen in dieser Dokumentation schlicht fehlen. Selbst als Autistin, die diese Fähigkeit laut Fachliteratur doch eigentlich gar nicht haben können sollte, erkennt man, dass Kontext vonnöten wäre. Aussagen werden nämlich in den meisten Fällen erst dadurch nachvollziehbar oder verständlich, dass man beide Seiten eines Gespräches mitbekommt. Wenn von Gesprächen nur der Anteil, den der Klient von sich gegeben hat, niedergeschrieben wird, ist überaus wahrscheinlich, dass wichtiger Kontext fehlt.

Beim Lesen fällt einem schon nach wenigen Seiten auf, dass eine objektive und wertfreie Formulierung der dokumentierten Inhalte – die grundlegendsten Formulierungsregeln für Dokumentationen bei sozialen Betreuungsverhältnissen – durch die unterstützende Fachkraft nicht gegeben ist. Man nimmt mit Verwunderung zur Kenntnis, dass Gespräche, die in der eigenen Erinnerung ausführlich Dinge, die schiefliefen zum Inhalt hatten, auf den zusammenfassenden Satz: Der Klient schimpft über den Fachdienst verkürzt wurden.

Weitere abwertenden Formulierungen machen einem klar, dass die dokumentierende Fachkraft sich offenbar seit längerer Zeit angegriffen fühlt und wohl ein Problem mit ihrem Klienten hat.

Im Verlauf einer Maßnahme kann es vorkommen, dass Klient und Fachkraft menschlich nicht miteinander klarkommen. Nicht jede Fachkraft und jeder Klient können von der Passung her zusammenarbeiten, das ist normal und sollte kein Problem sein – in so einem Fall muss der Fachdienst dem Klienten halt eine andere Fachkraft zur Seite stellen. Etwas, das bei einem selbst ja auch schon so gehandhabt wurde.

Wenn man selbst fachliche Kenntnisse hat – dank eines Studiums der Erziehungswissenschaft – dann ist man doch einigermaßen konsterniert, wenn man beim Lesen der eigenen Akte von internen Gesprächen erfährt, bei denen der dokumentierenden Fachkraft von ausgerechnet der Vorgängerfachkraft, die sie selbst abgelöst hatte, weil es mit dem Klienten nicht klappte, Supervision angeboten wurde. Es drängen sich einem dabei unweigerlich Gedanken an Begriffe wie „Befangenheit“, „Parteilichkeit“ oder „Voreingenommenheit“ und die damit einhergehende Frage nach der Sinnhaftigkeit eines solchen Vorgehens auf .

Obwohl man die entsprechenden Sätze inzwischen mehrfach gehört hat, denkt man sich beim Lesen, dass es einem eher destruktiv erscheint, wenn eine Fachkraft, deren Job darin besteht, einen Klienten zu unterstützen dokumentiert, dass sie dem Klienten mit der Begründung, ihm ja nur zeigen zu wollen, wie sehr sie selbst sich bemüht, ihn zu unterstützen, mitteilte, die Fachkollegen hätten den Klienten schon längst aufgegeben und die Maßnahme abgebrochen.

Ganz dubios wird es, wenn aus der Dokumentation klar ersichtlich ist, dass die Fachkraft offenbar immer noch so gut wie keine Kenntnisse von der Behinderung hat, wegen der man in dieser Maßnahme unterstützt wird. Beim Lesen recht vieler dokumentierter Sätze drängt sich der Gedanke auf, dass bei der Fachkraft dringender Fortbildungsbedarf besteht. Obwohl man als Klient seit Beginn der Maßnahme in nahezu jedem Gespräch die eigene Behinderung, wie sich diese bei einem selbst auswirkt und worauf bitte zu achten ist gebetsmühlenartig erklärt hatte.

Ein Beispiel: Die höfliche Bitte eines autistischen Klienten an die Fachkraft, nebst seiner Erklärung, wo die Schwierigkeiten dabei liegen, bei Besuchen im Homeoffice das nächste Mal darauf zu verzichten, sich davor das Lieblingsparfüm aufzusprühen, weil dieser Klient leider extrem geruchsempfindlich ist, ist keine Zumutung. Es ist nicht so, dass es dem Klienten einfach nur nicht passt, dass die Fachkraft Parfüm trägt, wie in der Dokumentation zu lesen ist. Es ist auch keine vernachlässigbare Bagatelle, wenn man das als Fachkraft, die einen autistischen Klienten unterstützen soll, mehrfach tut. Für den autistischen Klienten ist seine lösungsorientierte Bitte darum, das Parfüm lieber erst nach dem Besuch beim Klienten aufzutragen, kein nice-to-have, sondern wegen der autistischen Wahrnehmung ein must-have.

Als autistischer Klient, der seit mehr als einem Jahr sehr viel Verständnis dafür hat, dass die nichtautistische Fachkraft die unsichtbare Behinderung, wegen der man Unterstützung benötigt, erklärt bekommen muss, tut man das. Von Anfang an. Man erklärt sich, sein Verhalten, reflektiert alles, erläutert der nichtautistischen Fachkraft immer wieder, dass sie bitte lieber einmal zu viel nachfragen soll, als etwas in die Aussagen des Klienten hineinzuinterpretieren. Nichtsdestotrotz, das wird einem beim Lesen der eigenen Akte klar, wurde offensichtlich von Anfang an durchgängig munter gedeutet, bewertet, interpretiert und dies wortreich dokumentiert. Man liest verblüfft, was man alles gemeint haben soll, welche Gefühle man hatte und konstatiert für sich: Ohne diese Akteneinsicht wäre man immer noch dem offenbar groben Irrtum aufgesessen, das eigene emotionale Erleben zu kennen und genau das gesagt zu haben, was man meinte. Die nichtautistische Fachkraft weiß anscheinend um ein Vielfaches besser, wie man sich fühlte und was man meinte.

Das Lesen der Dokumentation mit ihren nachweisbaren Lücken, mitsamt den sachlich falschen und sogar abwertenden Formulierungen, führt einem vor Augen, wo das Problem liegt. Man fragt sich, wer hier eigentlich bei was Unterstützung benötigt. Man denkt darüber nach – da man sich allerhöchstwahrscheinlich auch einen dritten Praktikumsplatz selbst beschaffen werden muss – sich beim Fachdienst zu bewerben. Verwirft den Gedanken jedoch, weil man aufgrund der Akteneinsicht vermutet, dass dies eher als Provokation wahrgenommen werden würde, denn als Chance.

Aber als autistischer Klient denkt man lösungsorientiert und pragmatisch. Ein Praktikumsplatz beim Fachdienst wäre eine weitere Win-Win-Win Situation (Praktikumsplatz ist Bewilligungsvoraussetzung für die Fortführung der Maßnahme / kostenfreie Autismus-Fortbildung am praktischen Beispiel für die Fachdienstmitarbeiter / zur fachlichen Qualifikation passender Arbeitsplatz für den Klienten). Es ist zu vermuten, dass nichtautistische Menschen die Sachlage anders sehen.

Man stellt für sich fest, dass die Dinge wohl fundamental schiefliefen. Als Autist denkt man gründlich und von allen Seiten über die Möglichkeiten nach, Dinge die schiefliefen, geradezurücken. Man sammelt die für das erfolgversprechendste weitere Vorgehen notwendigen Informationen. Man bedenkt die Sachlage einige Zeit, bespricht sich mit Vertrauenspersonen, entscheidet irgendwann und handelt dann danach.

Fazit

Als Klient in einer behördlich bewilligten Maßnahme ist es unabdingbar, sein Recht auf Akteneinsicht einzufordern, um gegensteuern zu können, wenn Dinge schieflaufen. Es ist wichtig, sich nicht abweisen zu lassen, denn für die Wahrnehmung der eigenen Interessen ist es notwendig, zu wissen, was über einen so alles geschrieben steht.

Grundsätzlich ist jede Stelle, die eine Akte führt dazu verpflichtet, unrichtige Daten darin zu berichtigen. Dieses Recht auf Richtigstellung kann man aber nur einfordern, wenn man erstens weiß, dass in der eigenen Akte unrichtige Dinge stehen und zweitens mitteilt, dass dem so ist.

Wenn man aus Angst, dass es einem als fehlendes Vertrauen ausgelegt werden wird, um des lieben Friedens mit dem Fachdienst willen auf seine Rechte verzichtet, oder sogar keine Ahnung hat, dass es diese Rechte gibt, ist denkbar, dass man als Autist am Ende einer Maßnahme vollkommen unvorbereitet vor einem sprichwörtlichen Scherbenhaufen steht.

Akteneinsicht bedeutet, dass man (manchmal sogar ziemlich viele) Dinge über sich selbst lesen kann. Bei Klienten, die eine ausgeprägte Reflexionsfähigkeit haben, kann das zu erstaunlichen (Entwicklungs)Prozessen führen1. Bei autistischen Klienten kann eine Einsicht dabei helfen, die behinderungsbedingten Einschränkungen auszugleichen, nonverbale Kommunikation wahrzunehmen und richtig zu deuten. Akteneinsicht ist dann schlicht ein Nachteilsausgleich.

1 Bei autistischen Klienten, die kein sie unterstützendes Umfeld haben oder die weniger reflektieren, kann eine Akteneinsicht aber auch zu keinen positiven Lerneffekten führen, sondern zu Frustration, Depression und Rückzug. Grund: (wieder einmal) mitzubekommen, wie abwertend und falsch einen sogar Fachkräfte beurteilen, die einen unterstützen sollen, kann bei autistischen Klienten mit komorbiden psychischen Erkrankungen destabilisierend wirken.

Update am 12.10.2020:

Ich habe nach meiner Lektüre des Teils der Dokumentation, die mir zugesendet wurde, beim Leiter des Fachdienstes um Einsicht in die komplette Akte und um Richtigstellung der unrichtigen Daten gebeten. Antwort nach einer Woche: Einsicht ja, aber diesmal nur in den Büroräumen des Fachdienstes. Sie fänden es hilfreich, wenn ich Ihnen die Begründung meines Widerspruches und eine Liste der meiner Ansicht nach „unrichtigen Daten“ im Vorfeld zusende. Ach.

Autor: SWB

Erziehungswissenschaftlerin / Steuerfachangestellte mit Montessoridiplom, ich studiere an der FernUni Hagen den Masterstudiengang Bildung und Medien eEducation. Ich bin eine viellesende Autistin und Aspie-Muttertier. Ich äußere mich zwar am liebsten schriftlich, halte aber trotzdem und gerne Vorträge über das Thema Autismus.

3 Kommentare zu “Akteneinsicht

  1. Was mich irritiert, dass in dieser Institution die Gesetzeslage, die sehr eindeutig formuliert ist, nicht bekannt zu sein scheint.
    Es gibt da diesen Paragraphen im SGB, der sich Akteneinsicht durch Beteiligte nennt (sh. hier: https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbx/25.html).
    Selbst wenn Abs. 2 der Fall sein sollte, wovon ich nicht ausgehe, hätte man die Akte kopieren, eine Rechnung schreiben und dem Hausarzt z.Bsp. zuschicken können, oder dem Psychiater.
    Abs. 3 wird wohl irrelevant sein, da: was ist an sowas geheim, es sei denn diese Institution hätte etwas zu verbergen.
    Abs. 4 ist zu vernachlässigen in diesem Fall

    Spannend ist tatsächlich Abs. 5! „Soweit die Akteneinsicht zu gestatten ist, können die Beteiligten Auszüge oder Abschriften selbst fertigen oder sich Ablichtungen durch die Behörde erteilen lassen. Soweit die Akteneinsicht in eine elektronische Akte zu gestatten ist, kann die Behörde Akteneinsicht gewähren, indem sie Unterlagen ganz oder teilweise ausdruckt, elektronische Dokumente auf einem Bildschirm wiedergibt, elektronische Dokumente zur Verfügung stellt oder den elektronischen Zugriff auf den Inhalt der Akte gestattet. Die Behörde kann Ersatz ihrer Aufwendungen in angemessenem Umfang verlangen.“ *zack*.

    Dieses Gezicke hatte scheinbar nur einen -für mich erkennbaren- Grund: aussitzen. Frei nach dem Motto ‚die hört schon auf zu quengeln‘. Selbst wenn man dort nicht gewillt gewesen wäre diese fehlerhafte Dokumentation auszudrucken, auf Kosten der Institution, hätte man DIR dies ermöglichen müssen = ‚Kommen Sie vorbei, drucken Sie aus was Sie haben wollen. Pro Ausdruck xyz €/Cent.‘

    Für mich ein weiterer Beweis, dass diese Institution, ja ich weiß um welche es sich handelt und das ist nicht nur in Bayer so, absolut außer Stande ist, sich um die Bedürfnisse, Belange und Notwendigkeiten von Autisten zu kümmern.

    Im Prinzip müsste man eine deutliche Warnung aussprechen, denn, so habe ich es selbst erlebt, alleine ein Informationsgespräch dort ist schon mehr als demoralisierend für einen hypersensiblen Autisten. Das was einem dort vermittelt wird ist nichts anderes als: lass es, schaffst DU eh nicht.

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  2. Ich möchte den letzten Abschnitt zitieren:
    Akteneinsicht bedeutet, dass man (manchmal sogar ziemlich viele) Dinge über sich selbst lesen kann. Bei Klienten, die eine ausgeprägte Reflexionsfähigkeit haben, kann das zu erstaunlichen (Entwicklungs)Prozessen führen1. Bei autistischen Klienten kann eine Einsicht dabei helfen, die behinderungsbedingten Einschränkungen auszugleichen, nonverbale Kommunikation wahrzunehmen und richtig zu deuten. Akteneinsicht ist dann schlicht ein Nachteilsausgleich.
    und mit meiner Erfahrung bestätigen. Kurz gesagt, ich wurde Opfer von Stalking und Häuslicher Gewalt. Das Mittel neben physyscher und psychischer Gewalt war mich zu denunzieren. Schliesslich ermittelten zwei Generalstaatsanwaltschaften, eine gegen mich und eine in meiner Sache. Nun hatte ich den Vorteil, von einer Kanzlei vertreten zu werden die die ganzen Verfahren zusammenführen konnte. Nachdem die Anzeigen gegen mich in letzter Instanz als unbegründet erkannt wurden, konnte ich den ganzen Vorgang in einer Akte nachvollziehen. Für mich als Autist sind diese 2500 Seiten kein Trigger, sondern der Beweis für mein klares Denkvermögen und eine umfassende Erklärun, was die Strukturen einer NT-Welt bei Opfern und Tätern anrichten können. Ich kann nur für mich sprechen, aber dass ich keinen Hass empfinde sondern Angst habe nicht verstanden zu werden darf nicht ausgenützt werden. Ich hatte als Opferzeuge am Moabiter Gericht auszusagen, am selben Tag wurde dort verhandelt, ob ein Vergewaltigungsopfer Akteneinsicht bekommen kann oder die Täterrechte Vorrang haben. Es ist Irrsinn, ich muss beweisen autistisch also nicht persönlichkeitsgestört zu sein um meine Grundrechte einzufordern – und die Rechte der Täter verhindern die Rechte der Opfern.

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    • Das was du über dein Erleben schreibst, klingt danach, als wäre es eine wahnsinnig anstrengende Sache gewesen. Ich freue mich, dass es für dich gut ausgegangen ist.
      „Für mich als Autist sind diese 2500 Seiten (…) der Beweis für mein klares Denkvermögen …“ Das ist wirklich positiv. Es trägt dazu bei, an sich selbst zu glauben. Wenn einem solche Dinge passieren, wie von dir beschreiben, dann glaube ich, ist die Möglichkeit, das alles in seiner Akte nachlesen zu können, sogar heilsam.
      „… sondern Angst habe nicht verstanden zu werden darf nicht ausgenützt werden“ Das finde ich auch. Als Autist ist die Gefahr eh groß, dass man nicht oder falsch verstanden wird.
      „… die Rechte der Täter verhindern die Rechte der Opfer“ ist wahrlich Irrsinn. Das kanns doch nicht sein, denke ich mir jedesmal, wenn ich so etwas lese. Aber es ist anscheinend häufig so, dass Täterschutz über Opferschutz gestellt wird.

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