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"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein." (Albert Einstein)

Warum Transparenz?

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Im neuesten MinD-Magazin habe ich einen Artikel gelesen, der meinen Erfahrungen auf den sogenannten sozialen Medien Facebook und Twitter nahezu Eins zu Eins entsprach. Und in dem stand: „Es reicht nicht, wenn die netten Kinder artig sind und sich an die Regeln halten. Sie müssen lernen, dass auch sie eine Verantwortung für das Klassenklima haben. Ihre Aufgabe ist es, den anderen deutlich die rote Karte zu zeigen und sich das rücksichtslose Verhalten nicht gefallen zu lassen – Zivilcourage am praktischen Beispiel“ (Magiera Katharina, (2019). Neulich auf der Mailingliste. MinD-Magazin 128, 42-43).

Die Autorin schlug in ihrem Artikel vor, dass alle, die schweigend mitlesen, öfter öffentlich sachlich und auf der Metaebene Stellung beziehen sollten. Wenn die Mehrheit diese lautstarke Minderheit freundlich, aber bestimmt auf ihr Fehlverhalten hinweisen würde, könnte sich ihrer Meinung nach vielleicht etwas verändern. Ich habe beschlossen, ihrem Vorschlag zu folgen und dass ich das für mich umsetzen und versuchen möchte.


Transparenz in der Autismus-Strategie-Bayern

Transparenz ist wichtig und richtig, nur verstehen wohl einige etwas anderes unter Transparenz als ich. Ich schlage vor, im Wörterbuch nachzuschlagen.

Trans pa renz: Substantiv, feminin [die]: Vorgänge der Öffentlichkeit, die von außen nachvollziehbar sind (Politik) / Nachvollziehbarkeit des Verhaltens von Individuen (Verhalten)

Es gibt diese Transparenz bereits. Und zwar für jeden, der sich gerne informieren möchte, auf folgenden, im Netz öffentlich erreichbaren Seiten unter der URL:

https://www.sw.hm.edu/projekte_und_forschung/forschung/aktuelle_forschungsprojekte/autismus_strategie_bayern/index.de.html

Dort sind auch verschieden Ansprechpartner genannt, die man bei Nachfragen gerne anschreiben kann. Diese Anfragen werden auch möglichst zeitnah beantwortet. Allerdings wird diese Strategie von den mitwirkenden Autisten und Angehörigen ehrenamtlich und in der Freizeit erarbeitet, das muss man wissen, um nicht ungehalten zu sein, wenn die Antwort etwas zeitversetzt eintreffen sollte. Eine der Anfragen wurde unlängst vom Anfragenden öffentlich ins Netz gestellt, Sie kann unter folgender URL eingesehen werden:

https://quergedachtes.com/rueckgrat

In Bezug auf die Autismus-Strategie-Bayern ist es wohl der Wunsch von vielen, dass alles transparent ablaufen soll, worunter offenbar, soweit ich das richtig verstanden habe, die niederschwellige Öffentlichkeit der sozialen Medien gemeint ist. Diesem Wunsch möchten wir uns als Projektgruppenmoderatoren der PG Selbsthilfe „Autisten“ natürlich nicht verschließen. Deshalb veröffentlichen wir gerne auch unsere Antwort (anonymisiert natürlich, aber das liegt nicht an mangelnder Transparenz, sondern daran, dass es sich unserer Ansicht nach nicht gehört, Korrespondenz mit Klarnamen in der Öffentlichkeit des Internets zu verbreiten). Und weil ich nicht mehr auf Twitter bin (die Gründe kann man in diesem Beitrag nachlesen), sondern nur auf den öffentlichen sozialen Medien Facebook und hier auf meinem Weblog, kann ich Transparenz nur dort herstellen. Also hier die Antwort:

 

Antwortschreiben

Sehr geehrte/r XY,

vielen Dank für Ihr bekundetes Interesse an der Projektgruppenarbeit im Rahmen der Erarbeitung einer Autismus-Strategie für den Freistaat Bayern.

Die Autismus-Strategie-Bayern wird in acht Projektgruppen in vier Schritten erarbeitet. Über die Webseite der Hochschule München https://www.sw.hm.edu/projekte_und_forschung/forschung/aktuelle_forschungsprojekte/autismus_strategie_bayern/index.de.html ist es möglich, sich jederzeit einen Überblick über den aktuellen Entwicklungsschritt der Strategieentwicklung zu verschaffen. Derzeit werden die Ergebnisse der Erarbeitung der Problemskizze zusammengefasst und liegen uns noch nicht vor.

Wie Ihnen vielleicht bekannt ist, arbeiten alle paritätisch mitwirkenden Projektgruppenteilnehmer ehrenamtlich und in ihrer Freizeit an der Entwicklung der Autismus-Strategie für Bayern. Jede Projektgruppe trifft sich dazu viermal, diese Präsenztreffen müssen aus Zeitgründen straff strukturiert werden, um ein effizientes Arbeiten und ein qualitativ hochwertiges Ergebnis zu gewährleisten.

Gerne geben wir Ihnen im Rahmen unseres Gruppenkonsenses einen möglichst transparenten Einblick in die Arbeit unserer Projektgruppe.

Das Thema Schulbegleitung wurde bisher in verschiedenen Projektgruppen bearbeitet, da es ein übergreifendes und zentrales Themenfeld ist. Fragen zur Diagnostik und zur Forschung sind selbstverständlich ein Thema in der Strategieentwicklung und werden in der PG „Forschung“ bearbeitet, bitte wenden Sie sich hierzu direkt an die entsprechenden PG Moderatoren. Die Strategie wird bislang nicht anhand von Handlungsfeldern erarbeitet, sondern die Themenfelder werden über die Lebensspanne in Bezug auf die Versorgung betrachtet.

Schritt 1: Ist-Stand-Erhebung

Im Zuge der Ist-Stands-Erhebung haben wir in den jeweiligen Projektgruppen ab Oktober 2018 Informationen darüber gesammelt, welche Leistungen oder Angebote für Autisten in Bayern zur Verfügung stehen. Diese Erhebung war stets auf den Teilbereich ausgerichtet, die die jeweilige Projektgruppe abdecken soll. Konkret auf unsere eigene Projektgruppe bezogen war dies eine Erhebung, welche Selbsthilfegruppen es für Autisten in Bayern gibt und wie diese räumlich verteilt sind. Diese Datensammlung – bezogen auf alle Projektgruppen – diente der Übersicht und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie sollte lediglich die Skizzierung der Problemlage unterstützen.

Schritt 2: Problemskizze

Hier waren alle Projektgruppen seit ca. Anfang des Jahres dazu angehalten, die Problemlagen aufzuzeigen, die in Zusammenhang mit dem Teilbereich stehen, für die die jeweiligen Projektgruppen zuständig sind. Die Projektgruppen „Autisten“ und „Angehörige“ haben sich überdies mit dem Finden übergreifender Probleme in der Versorgungslage beschäftigt.

Direkt zuordenbare Problemlagen wurden in die entsprechenden, zuständigen Projektgruppen mit eingebracht. Zudem haben wir unsere übergreifenden Problemlagen im Zuge des Projektgruppentreffens „Versorgungsgrundsätze“ den Moderatoren aller anderen Projektgruppen und den Vertretern der Kosten- und Leistungsträger vorgestellt. Sobald unserer Projektgruppe abschließend die Problemskizze der anderen Projektgruppen vorliegen, werden wir uns nochmals mit deren Inhalten befassen.

Schritt 3: Skizzieren eines Soll-Standes

Bei unserem nächsten Treffen im April 2019 wird es darum gehen zu beschreiben, wie der Soll-Stand zur Versorgungssituation für Autisten in Bayern auszusehen hat. Hier wird sich unsere Projektgruppe hauptsächlich um die Erarbeitung eines übergreifenden Soll-Standes bemühen, der dann ebenfalls an die zuständigen Projektgruppen weitergeleitet wird.
Wir werden Ihre Anregungen zu den entsprechenden Themenfeldern gerne in die Agenda unseres nächsten Projektgruppentreffens aufnehmen und im Zuge dessen besprechen.

Schritt 4: Formulierung konkreter Empfehlungen

Aus dem erarbeiteten Soll-Stand werden im Anschluss bis Juli diesen Jahres konkrete Empfehlungen formuliert, die in die Strategie einfließen sollen. Mit diesem Schritt endet auch die aktive Phase der Erarbeitung in den Projektgruppen.

Die konkreten Ergebnisse mit den erarbeiteten Empfehlungen aus allen Projektgruppen werden im Nachgang in einem Online-Forum präsentiert, wo sie dann von möglichst vielen Autisten mit Wohnsitz in Bayern und deren Angehörigen diskutiert werden können, so dass die erarbeiteten Empfehlungen nochmals geprüft werden und der Konsens der Diskussionen Eingang in die Strategieempfehlungen finden kann. Zudem soll es über dieses Instrument ermöglicht werden, ggf. fehlende Aspekte in die Strategieempfehlungen einfließen zu lassen.

Die formulierten Empfehlungen werden im Zuge der Fachtagung der Hanns-Seidel-Stiftung am 19.11.2019 der Öffentlichkeit vorgestellt. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir Ihnen also noch keine konkreten Vorschläge oder Ergebnisse zu den von Ihnen erfragten Themenbereichen mitteilen, da diese schlichtweg noch nicht vorhanden sind.

Sobald es etwas Neues zu berichten gibt, werden wir dies selbstverständlich tun. Bis dahin möchten wir Sie allerdings bitten, sich noch zu gedulden und von weiteren Anfragen abzusehen, um unsere knappen zeitlichen Ressourcen nicht zu binden.

Um Ihre Frage nach der Positionierung der PG „Autisten“ übergreifend zu beantworten: Die Grundhaltung unserer Projektgruppe spiegelt eine personenzentrierte Betrachtung zur Gewährung von Unterstützungsleistungen wieder. Das heißt, dass der individuelle Unterstützungsbedarf die Grundlage zur Gewährung von Hilfen darstellen soll und nicht eine Betrachtung kompensierbarer Äußerlichkeiten (z.B. der sozialen Anpassungsschwierigkeiten). Eine starre Autismus-Strategie mit Lösungen „von der Stange“ sehen wir als nicht zielführend an. Wir denken, dass nur eine flexible Strategie in der Lage sein wird, die Bedarfe von Autisten aus dem gesamten Spektrum abzudecken.

Wir können Ihnen versichern, dass wir uns unserer Verantwortung durchaus bewusst sind und alle Beteiligten ihr Bestmöglichstes tun, um die Strategieentwicklung in die richtigen Bahnen zu lenken, so dass sie zu einer signifikanten Verbesserung der Lebenssituation von Autisten in Bayern beitragen kann. Um das zu erreichen, werden wir auch weiterhin einen großen Teil unserer Freizeit in dieses Projekt investieren.


Mit freundlichen Grüßen

Moderation / Koordination der Projektgruppe Autisten
Entwicklung einer Autismus-Strategie für Bayern

 

Transparenz in punkto Nachvollziehbarkeit des Verhaltens von Individuen: Es existiert selbstverständlich kein „Maulkorb“, wie das auf Twitter (transparent semi-öffentlich, weil nur von denjenigen, die auch in diesem sozialen Medium kommunizieren) kommuniziert wurde. Allerdings gibt es einen Konsens und der besagt, dass jeder, der mitarbeitet, gerne Ergebnisse weitergeben kann, wobei Konsens darüber besteht, dass Protokolle der Sitzungen keine Ergebnisse sind. Alle Ergebnisse sollen überdies auf der oben verlinkten Webseite der Hochschule München veröffentlicht werden. Nur gibt es bislang noch kein veröffentlichbares Ergebnis. Es nutzt auch nichts, wenn man sich darüber aufregt, dadurch beschleunigt sich die Erarbeitung der Ergebnisse nicht.

Da Transparenz darin gefordert wurde, wer alles an der Strategieentwicklung mitarbeitet: Die Projektgruppe „Autisten“ konstituierte sich aus dem „Runden Tisch“, zu dem alle Interessierten eingeladen waren. Diejenigen, die dieser Einladung folgten trafen sich am 15.10.2018 in München, wo Prof. Witzmann und Frau Kunerl (Projektleitung) uns über die Projektstruktur informierten und fragten, ob wir aktiv in einer festen Projektgruppe der Selbsthilfe mitwirken wollen. Damit noch eine konstruktive Gruppenarbeit möglich ist, wurde die Teilnehmerzahl auf ca. 15 Personen angedacht. Da an diesem Runden Tisch nicht so viele Personen teilnahmen, konnten wir bis zu einem bestimmten Zeitpunkt auch noch Vorschläge einbringen und Personen sozusagen bei der Projektleitung nachnominieren, die dann zum ersten Treffen, bei dem wir den Ist-Stand erarbeiteten, eingeladen wurden. Allen Mitwirkenden stand es von Seiten der Projektleitung frei, öffentlich kundzutun, dass sie an der Strategieentwicklung mitarbeiten. Manche von uns taten das, andere nicht. Ich bitte in meiner Funktion als PG Moderatorin darum, diese persönlichen Entscheidungen zu respektieren.

Und weil das mein Weblog ist, auf dem ich meine Sichtweise und meine eigene Meinung transparent veröffentlichen darf: Meines Erachtens sollte die Energie, die in die semi-öffentlichen „Diskussionen“ um fehlende Transparenz in der Strategieentwicklung gesteckt wird auch lieber in konstruktive Anregungen gesteckt werden, denn die, die bislang an uns als PG Moderatoren herangetragen wurden, haben wir – sofern sie nicht sowieso bereits innerhalb der PG „Autisten“ bearbeitet wurden – sämtlich in die Projektgruppenarbeit miteingebracht.

Soviel erst einmal zu Transparenz in der Autismus-Strategie-Bayern. Wenn es etwas Neues zu berichten gibt, werde ich das natürlich gerne wieder tun.


„Transparenz“ in eigenen Blogbeiträgen

Um die Bedeutung nochmal in Erinnerung zu bringen:

Trans pa renz: Substantiv, feminin [die]: Vorgänge der Öffentlichkeit, die von außen nachvollziehbar sind (Politik) / Nachvollziehbarkeit des Verhaltens von Individuen (Verhalten)

Ich plädiere seit jeher für eine konstruktive Zusammenarbeit von aufklärenden und sich engagierenden Autisten. Ich finde es absurd, dass Autisten gegeneinander vorgehen. Insbesondere, weil nicht klar zu sein scheint, was diese öffentlich ausgetragenen Dinge für Auswirkungen haben können. Aber ich habe wohl mit meinem letzten Blogbeitrag versehentlich sozusagen in ein Wespennest gestochen (RW). Dabei habe ich diesen Beitrag nicht in der Absicht geschrieben, jemanden gezielt und persönlich anzugreifen, sondern in der Absicht, darauf hinzuweisen, was die, in meinen Augen unsachlichen, öffentlichen Diskussionen anrichten. Wobei ich etliche dieser „Diskussionen“ allerdings eher als Angriffe wahrnahm.

Zu meiner Wahrnehmung kann sich jeder Interessierte selbst seine Meinung bilden, indem er diese Diskussionen beispielsweise auf Twitter oder in den Kommentaren unter Facebook-Beiträgen von mir nachliest. Jede Wahrnehmung ist individuell, deshalb ist es völlig in Ordnung, wenn es unterschiedliche Meinungen dazu gibt, ich beanspruche nicht die Deutungshoheit und möchte auch niemanden beeinflussen.

Es war für mich faszinierend, wer sich alles angesprochen gefühlt und wie reagiert hat. Aber ich bin nicht dafür verantwortlich zu machen, dass diese Personen reagiert haben. Viele Reaktionen in den Beitragskommentaren oder in den Kommentaren auf Facebook und die zum Teil m.M.n. auch persönlichen Angriffe, die auf Twitter und jetzt sogar auf diversen Blogs verbreitet werden, haben mich dann aber doch ziemlich überrascht. Denn die Beteiligten betonen öffentlich immer und immer wieder, dass es ihnen um einen sachlichen Diskurs und um Transparenz gehe.

Ich verstehe unter einem sachlichen Diskurs offenbar etwas vollkommen anderes als diejenigen, die mich derzeit öffentlich kritisieren, aber das liegt anscheinend an meiner Wahrnehmung. Ich möchte in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass meine Blogbeiträge und Kommentare meiner Wahrnehmung nach kein Mobbing enthalten (diese Formulierung klingt wie aus einer Zutatenliste, aber mir fällt keine bessere ein) und so etwas auch nicht intendiert ist. Ich mag selbst nicht gemobbt werden und tue das deshalb keinem anderen an. Meiner Ansicht nach hat es auch nichts mit Transparenz zu tun, wenn jemanden mit Beweismitteln a là Screenshot und aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten meint, eine solche herbeiführen zu können. Das hat in meinen Augen eher etwas mit Diffamierung zu tun.

Dif·fa·mie·rung: Substantiv, feminin [die] ein Vorgehen (von lateinisch: diffamare = Gerüchte verbreiten), das mittels diverser Unterstellungen dazu dient, den Betroffenen mundtot zu machen und aus der Zugehörigkeit und Anerkennung zu vertreiben.

Mobbing ist laut Wikipedia ein „soziologischer Begriff“ und „beschreibt das wiederholte und regelmäßige, vorwiegend seelische Schikanieren, Quälen und Verletzen[1] eines einzelnen Menschen durch eine beliebige Art von Gruppe“ (Wikipedia Artikel „Mobbing“, abgerufen am 12.03.2019, URL https://de.wikipedia.org/wiki/Mobbing).

Diverse Blogbeiträge, die als Folge auf meinen Blogbeitrag hin verfasst wurden, spiegeln m.A.n. eine Außensicht ohne ausreichende Informationen oder sogar gezielte Desinformation wieder (in den Fällen, wo die Betreffenden persönlich mit dabei waren oder im Besitz aller für eine sachliche Darstellung notwendigen Informationen sind), weil nur Teilinformationen weiterverbreitet wurden. Indem Sachen behauptet wurden, die so nicht den tatsächlichen Ereignissen entsprechen, entsteht ein bestimmter Eindruck, den diese Personen offenbar hervorrufen wollen, anders kann ich mir deren Vorgehensweise nicht erklären. Denn mit Transparenz hat es nichts zu tun, wenn nur die eine Hälfte an Informationen zur Verfügung gestellt wird. Damit überhaupt die Chance besteht, dass man sich ein eigenes Bild machen kann von Vorgängen, an denen man nicht selbst beteiligt ist, ist es notwendig, über die vollständigen Informationen zu verfügen.

Ich bin der Meinung, dass es wichtig ist, dass sich möglichst viele Autisten und Angehörige öffentlich äußern und aufklären, jeder auf seine Art. Denn nur so kann das ganze Spektrum abgebildet werden. Und ganz pragmatisch: Je mehr, desto eher wird es in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Es geht nicht darum, knappe Ressourcen oder seine eigene In-Group zu verteidigen – es ist genug Autismus für uns alle da, die wir laut oder leise, aufzuklären versuchen. Man muss die anderen nicht lieben und auch nicht alles toll finden, was sie tun oder lassen, aber ich plädiere ausdrücklich für eine konstruktive Zusammenarbeit. Wenn es gelänge, dann hätten Autisten vielleicht eine nennenswerte Lobby. Also lasst es uns doch bitte versuchen.

Ich würde mir wünschen, dass die Personen, die derzeit öffentlich so massiv und sogar unter Nennung meines Klarnamens gegen mich vorgehen, lieber in den persönlichen Diskurs mit mir gehen. Die einzige Einschränkung meinerseits ist, dass dies konstruktiv und auf einer Sachebene geschehen sollte.


Transparentes zu meiner Person:

Ich bin Vollzeitautistin und Teilzeit-Masterstudentin an der FernUni Hagen. Als Erziehungswissenschaftlerin und gelernte Steuerfachangestellte sind meine beruflichen Kompetenzen einigermaßen breit. Zur Zeit bin ich beruflich Erwerbsminderungsrentnerin. Ich arbeite an der Entwicklung der Autismus-Strategie-Bayern mit, wohne demzufolge auch in Bayern und habe die Funktion einer Projektgruppenmoderatorin.

Ich bin Mitglied im Regionalverband Autismus Regensburg e.V. und im Verein Autismus Rosenheim e.V., weil ich Engagement und konstruktive Aufklärungsarbeit zum Thema Autismus unterstützen möchte.

Um durch Transparenz den Verschwörungstheorien Einhalt zu gebieten: Ich habe als Projektgruppenmitglied der PG „Autisten“ eine Meinung und keine Geld dafür erhalten. Es ist tatsächlich meine eigene Meinung, das Budget der Strategieentwicklung gäbe so etwas im Übrigen gar nicht her. Ich stehe weder ABA noch AfD, noch sonst einer, in meinen Augen dubiosen Gruppierung nah.

Ich habe tatsächlich auch ein Privatleben und das teile ich nicht mit der Öffentlichkeit, ich bitte das zu respektieren.

Transparenz ist wichtig und richtig. Und deshalb versuche ich, stets im Rahmen meiner Möglichkeiten Transparenz herzustellen. Auch wenn es manchen Personen meiner Vermutung nach nicht gefällt.

Ich möchte darauf hinweisen, dass ich mich nicht dafür verantwortlich machen lasse, wenn sich Personen durch eigene Äußerungen selbst demontieren.


Und weil ich meine Motivation nicht oft genug wiederholen kann hier noch einmal:

„Es reicht nicht, wenn die netten Kinder artig sind und sich an die Regeln halten. Sie müssen lernen, dass auch sie eine Verantwortung für das Klassenklima haben. Ihre Aufgabe ist es, den anderen deutlich die rote Karte zu zeigen und sich das rücksichtslose Verhalten nicht gefallen zu lassen – Zivilcourage am praktischen Beispiel“ (Magiera Katharina, (2019). Neulich auf der Mailingliste. MinD-Magazin 128, 42-43).

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Autor: SWB

Erziehungswissenschaftlerin / Steuerfachangestellte mit Montessoridiplom, ich studiere an der FernUni Hagen den Masterstudiengang Bildung und Medien eEducation. Ich bin eine viellesende Autistin und Aspie-Muttertier. Ich äußere mich zwar am liebsten schriftlich, halte aber trotzdem und gerne Vorträge über das Thema Autismus.

2 Kommentare zu “Warum Transparenz?

  1. Es hat mich zwar Nerven gekostet hat, mich einzumischen, aber ich kann es nicht stehen lassen, wenn jemand ungerechtfertigt angegriffen wird. Ich erlebe Dich hier als sehr ausgleichend und höflich und sachorientiert.

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