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"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein." (Albert Einstein)

Depression und Autismus

Ein Kommentar


Das besonders Fiese an einer Depression ist, dass man nicht mehr so gut denken kann wie sonst. Zumindest ist das meine subjektives Empfinden. Daneben stören mich die schnelle Erschöpfbarkeit und der fehlende Antrieb. Immerhin haben die aber den Vorteil, dass man die mangelnde Denkfähigkeit nicht so mitbekommt, weil man nichts tut oder erledigt, und es einem vielleicht gar nicht auffällt.

Jetzt scheint es aber wohl bei mir so zu sein, dass ich mit einer mittel bis schweren Depression (sagt der Oberarzt) trotzdem Dinge erledigen kann, was nicht jedem Depressionskranken möglich ist. Ich habe es in den letzten zwei Wochen dann doch noch geschafft, mich aufzuraffen, eine Modulabschlussarbeit für mein Fernstudium zu schreiben. Und dabei konnte ich diese kognitiven Einschränkungen leider ziemlich gut beobachten. Gleichzeitig halfen mir die Fokussierung auf das Thema und das Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit  aus dem Depressionsloch herauszukommen. Arbeit hilft – es muss nicht nur körperliche Arbeit oder Sport sein. Allerdings war das Schreiben diesmal ein wirklich mühsames Unterfangen. Obwohl ich das Studium als mein Hobby bezeichnen würde und ich bisher sehr gerne studiert hatte. Ich hatte neben den großen Schwierigkeiten überhaupt anzufangen zu schreiben, ein riesen Problem mit logischem Denken. Als ich dann endlich Text verfasste, speicherte ich jeden Tag die neueste Version der Arbeit ab. So war es mir möglich, nachzuvollziehen wie gut oder besser gesagt schlecht meine Denkleistung war.

Und ich muss sagen: Es ist einfach nur frustrierend, sich beim „Nichtdenken-Können“ selbst zuzusehen. Es gab in den früheren Versionen keinen roter Faden, keine durchgängig schlüssige Argumentation und sehr sprunghafte Gedankengänge. Außerdem konnte ich kein stilsicheres Deutsch mehr, machte Grammatikfehler und mehr Rechtschreibfehler als sonst. Dadurch, dass ich im Lauf der zwei Wochen immer „wacher“ wurde, konnte ich das auch selbst bewerten. Zum Glück hatte ich Korrekturleserinnen, die mich auf all meine Fehler aufmerksam machten, so dass ich letzten Endes eine abgabereife Arbeit hatte.

Meine Folgerung: Eine Depression ist ein tückischer Zustand, in dem man sich am besten nicht mehr auf die eigene Denkleistung verlassen sollte. Wahrscheinlich wird das die schlechteste Note meiner Masterlaufbahn, aber egal. Hauptsache, ich habe es trotz Depression überhaupt geschafft, sie abzugeben, darüber bin ich sehr froh.

Ich klettere derweilen zwar langsam, aber stetig weiter aus meinem Loch. Und erledige ein Ding nach dem anderen – lieber schneckös als gar nicht.

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Ein Kommentar zu “Depression und Autismus

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