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"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein." (Albert Einstein)

Psychotherapie – oder wie finde ich überhaupt einen Therapeuten, der einen freien Therapieplatz hat?

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Auf Anraten der Diagnosestelle versuche ich seit nunmehr vier Monaten auf ein Neues, einen Psychotherapieplatz zu finden. In der Hoffnung, dass nicht ich resistent gegen Psychotherapie bin, sondern die Therapeuten und Therapieversuche bisher einfach nicht zu mir passten.

Ich stehe auf der Warteliste für ein soziales Kompetenztraining, von dem ich begründet annehme, dass es ganz sicher nicht schaden kann. Die Testpsychologin hatte mir konkret am PC erklärt, wie ich Therapeuten finden kann. Über eine Umkreissuche 50 Kilometer rund um meinen Wohnort bei der KVB fand ich niedergelassenen Verhaltenstherapeuten, die mit dem Auto potentiell von meiner Arbeitsstelle oder von zu Hause gut erreichbar waren und erstellte eine Excel Liste mit deren Kontaktdaten. Ich arbeitete die Liste systematisch ab, indem ich erst einmal schaute, über welchen Therapeuten ich Informationen im Internet fand und wem ich eine E-Mail schreiben konnte. Ich formulierte meine Anfrage schriftlich und schickte sie jedem. Danach telefonierte ich einen Tag lang die verbleibenden Therapeuten auf der Liste ab, wobei ich darauf achtete, nicht innerhalb eines Zeitraumes von 10 Minuten vor bis 10 Minuten nach der vollen Stunde anzurufen, um mit niemandem persönlich sprechen zu müssen. Ich musste häufiger zweimal anrufen, um die Ansagen zu verstehen. Auf jeden Anrufbeantworter, dessen Ansage nicht auf für Terminvereinbarungen ausgewiesene Sprechzeiten oder volle Wartelisten verwies, sprach ich meinen E-Mail Anfragetext, den ich dazu vom Blatt ablas. Ich dokumentierte alles in meiner Liste.

Im nächsten Schritt fügte ich eine Tabelle ein (ich mag Excel), sortierte die verbliebenen Therapeuten, die Termine nur persönlich am Telefon zu bestimmten Zeiten vereinbarten, nach Sprechzeiten und machte mich daran, diese in alphabetischer Reihenfolge Tag für Tag mit dem Blatt in der Hand, von dem ich meinen Text ablesen konnte, telefonisch zu kontaktieren. Weiterhin dokumentierte ich alles nachvollziehbar in meiner komplexer werdenden Tabelle und erstellte Auswertungen, die anschaulich meine Bemühungen dokumentierten. In den folgenden Tagen hatte ich entweder viel Stress, weil ich mit Therapeuten am Telefon sprechen musste oder weil mein Mobiltelefon zu unpassender Zeit klingelte, wenn mich jemand zurückrief.

Aus meinen letztendlich 57 Anfragen resultierten 32 sofortige Absagen ohne Wartelistenplatz und sechs Wartelisteneintragungen mit der Option, mich im frühesten Fall im November wieder zu melden, falls ich bis dahin keinen Platz gefunden hätte, bzw. Anfang bis Mitte 2017 vielleicht eine Therapie beginnen zu können. Einige Therapeuten auf meiner Liste hatte ich gar nicht erreicht, weil sie keinen Anrufbeantworter hatten. Die Begründungen für eine sofortige Absage waren: „Habe bereits eine volle Warteliste“ oder: „Kenne mich leider nicht mit Asperger aus“. Immerhin fünf Therapeuten boten mir zwischen September und November einen Termin für ein Erstgespräch an, einer versuchte sogar mehrfach mich zurückzurufen. Und vom Rest erhielt ich keine Rückmeldung.

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