SWB – MeiBlog

"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein." (Albert Einstein)

Psychotherapieresistenz? – oder die Geschichte von der Kunst, den passenden Therapeuten zu finden #Teil3

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2005 begann ich dann wegen meiner anhaltenden Essstörung auf Empfehlung meiner neuen Hausärztin eine Gesprächstherapie bei einer Therapeutin, die mir bis 2007 wöchentlich half, mein Alleinerziehendenleben zu bewältigen und versuchte, mir anhand meiner 1999 erhaltenen Diagnose geduldig aufzuzeigen, woran meine Schwierigkeiten mit anderen Menschen und meine persistierende Essproblematik liegen könnten. Sie konnte weder mir noch sich selbst erklären, weshalb es nicht vorwärts ging und sich keine Therapieerfolge zeigten. Ein einziges Mal wurde sie ungeduldig und bemerkte „ Mei Mädel, ich mag nicht immer nur die Pflicht erledigen, ich mag endlich zur Kür kommen“, was mir ihren Wunsch unmittelbar verständlich machte, weil ich früher jahrelang geturnt hatte. Meine zahlreichen Versuche, ihre Vorschläge für Verbesserungen meiner jeweiligen sozialen Schwierigkeiten umzusetzen, veränderten mein überschaubares Sozialleben nicht wesentlich. Ich hatte nach wie vor dieselben Schwierigkeiten mit anderen. Auch immer wieder neue oder mehr Andere, mit denen ich wegen diverser Schullaufbahnentscheidungen meiner Kinder und wegen meiner Versuche, im Arbeitsleben Fuß zu fassen zwangsläufig sozial interagieren musste, änderten daran nichts. An meiner Essstörung änderte sich allerdings etwas, sie wurde schlimmer.

Nachdem ich meinen Mann kennengelernt hatte und wir beschlossen, zusammenzuziehen, versprach ich mir selbst, die neue Wohnumgebung nicht mit meiner Essstörung zu kontaminieren. Versprechen sind absolut bindend für mich – die Essstörung hatte keine Chance. Wir hatten kurz vor dem Umzug ein einziges und auch das letzte Gespräch mit meiner damaligen Therapeutin zusammen, in dem sie meinen Mann fragte, ob er sich wirklich darüber im Klaren sei, dass er mit mir sehr viel reden müsse. Er versicherte ihr, dass er ihren Redeanteil übernehmen würde. Danach war erst einmal Ruhe an der Psychofront. Ich fand endlich eine Arbeitsstelle. Ich sah keinen Grund mehr für eine Therapie, ich war ja augenscheinlich endlich auf dem Weg in die Gesundheit und hatte meinen Mann, der mich unterstützte. Mein soziales Umfeld aber war und blieb bis auf meine direkten Familienangehörigen nahezu leer.

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