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"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein." (Albert Einstein)

Psychotherapieresistenz? – oder die Geschichte von der Kunst, den passenden Therapeuten zu finden #Teil1

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Aus gegebenem Anlass – ich suche seit September nach einem Therapieplatz – beschäftige ich mich zur Zeit mit Fragen nach meiner Therapiefähigkeit und woran ich erkennen kann, dass ich einen passenden Therapeuten gefunden habe. Ich denke, es kann nicht schaden, sich der Beantwortung dieser Fragen retrospektiv anzunähern.

1998 kam ich zum ersten Mal selbst mit Psychotherapie in Berührung. Ein Kind sollte wegen Verhaltensauffälligkeiten eine Spieltherapie bei einer Familientherapeutin machen. Wie auch die Bezeichnung bereits impliziert, wurde in der Familie nach Gründen für das Verhalten des Kindes gesucht und gefunden. Weil unsere Ehe ziemlich schwierig war, wurde uns als Paar ebenfalls eine Therapie empfohlen. Was mir diese Paartherapie nach zwei Paargesprächen brachte, waren mich teilweise belustigende Hausaufgaben, die ich erledigen sollte, um meine Frigidität zu bearbeiten. Der Paartherapeut und mein Ehemann waren sich einig, dass ich und insbesondere meine Frigidität das Hauptproblem in unserer Ehe waren. Mein Ehemann hatte mir meine sexuelle Unlust – neben einigen anderen für mich eigentlich wesentlich schwerer wiegenden Dingen – seit längerem vorgeworfen. Als frigide galt ich, weil ich von mir aus nie Lust auf Sex hatte, von mir keine Aktivitäten diesbezüglich ausgingen, ich mich weigerte, für meinen Ehemann Röcke anzuziehen und mich nicht schminken wollte – auch ein VHS Schmink-Kurs, den er mir zum Geburtstag schenkte, brachte hier keine Besserung. Ich hatte zum einen mit unseren getakteten Badzeiten gar keine Zeit dafür. Zum anderen sah ich weder einen Sinn darin, mich frühmorgens mit teuren Utensilien bunt anzumalen, zu deren Herstellung moralisch verwerfliche Tierversuche notwendig gewesen waren, nur um sie spätestens abends mit ebenso teuren Produkten wieder von meiner empfindlichen Haut zu bekommen. Noch hatte ich diesbezüglich nennenswertes künstlerisches Talent, in meinen Augen sah ich mit dieser Kriegsbemalung, wie ich sie innerlich bezeichnete, seltsam aus.

Mein Versuch, dem Paartherapeuten meine Lustlosigkeit damit zu erklären, dass ich seit Jahren erfolglos meinen Ehemann um Mithilfe im Haushalt oder bei der Kinderbetreuung gebeten hatte und mittlerweile chronisch übermüdet und viel zu erschöpft war, um überhaupt noch an Sex denken zu wollen, wurden als emotionale Erpressung gedeutet. Ich erzählte ihm dann lieber erst gar nicht, dass sich der Geruch meines zukünftigen Exmannes seit einiger Zeit verändert hatte und mich abstieß, weshalb ich ihn wenn irgend möglich vermied. Dass mit mir nicht nur in sexueller Hinsicht irgend etwas grundlegend nicht stimmte, vermutete ich selbst. Der Paartherapeut war ein Experte, also ging ich davon aus, dass er recht haben könnte und erledigte meine Hausaufgaben.

Therapieerfolg: Die Ehe wurde geschieden. Die Therapie hat an meinem Verhalten in punkto Sex, gendertypischem Modebewußtsein oder weiblicher Reizbetonung nachhaltig nichts verändert. Ein nachhaltiges Ergebnis hatte sie aber doch – mir  wurde nach einer einzigen Bestellung noch jahrelang der Beate Uhse Katalog in neutralem Umschlag zugestellt.

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