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"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein." (Albert Einstein)

Teufelskreis Stress

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Ich hatte mich vor einiger Zeit für ein ganztägiges Präventionsseminar zum Thema Stress angemeldet, das mein Arbeitgeber im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements anbietet und das Mitte nächster Woche stattfinden wird.

Typisch für mich, habe ich seit der Anmeldung einiges an Informationsmaterial zum Thema gelesen. Um es genauer zu sagen, habe ich sehr wahrscheinlich ziemlich viel mehr zum Thema gelesen, als alle anderen Teilnehmer an diesem Seminar. Ich fühle mich trotzdem immer noch nicht ausreichend vorbereitet, ich weiß, dass ich nicht alles über Stress weiß. Außerdem weiß ich inhaltlich nicht, was genau auf mich zukommt, weil ich außer dem Titel keine weiteren Informationen über das Seminar habe. Diese Unsicherheit verursacht bei mir Stress.

Drei weitere Kollegen haben sich zu diesem Seminar angemeldet, das in München stattfinden wird. Also werden wir zusammen dorthin und auch wieder zurück fahren. Der Gedanke an die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln und keinen Rückzugsmöglichkeiten erfüllt mich mit Angst und stresst mich.

Ich weiß, dass insgesamt 12 Teilnehmer angemeldet sind, also kenne ich acht davon nicht, habe sie noch nie vorher gesehen, ich weiß nicht, wie viel ich mit ihnen zu tun haben werden muss. Dass drei meiner Kollegen mitfahren, ist einerseits gut, weil sie von meinem Autismus wissen und ich den Seminarort nicht alleine finden muss. Andererseits kenne ich neben den fremden acht Teilnehmern, die nichts von mir wissen auch den Seminarort und die räumlichen Verhältnisse dort nicht. Was mich beunruhigt und stresst.

Eigentlich habe ich bei der Menge an Arbeit, die für meine nächste Arbeitswoche ansteht keine Zeit, um einen Tag davon nicht zu arbeiten, ich weiß nicht, ob ich es schaffen werde, an den übrigen Tagen alles zu erledigen, was terminlich ansteht. Der Zeitdruck belastet mich und verursacht Stress.

Dieser Zeitdruck war in meiner Planung vorher nicht absehbar und resultiert aus einer Krankschreibung. Gesund bin ich immer noch nicht, aber meiner Ansicht nach nicht mehr krank genug, um eine weitere Krankschreibung zu rechtfertigen. Mit meinem neuen Wissen zu Stress, das ich mir wegen des Seminars angelesen habe, mache ich mir Gedanken, weil ich laut meiner bisherigen Lektüre anscheinend vielfältige körperliche Stress-Symptome zeige, die sich in letzter Zeit vermehrt haben. Außerdem habe ich wegen der gesundheitlichen Probleme weniger Energie. Es besorgt mich, dass der Grund für meine zunehmende Erschöpfung und dass es mir gesundheitlich seit einiger Zeit zunehmend schlechter geht, zu viel Stress sein könnte.

Ich frage mich, ob die Bilanz positiv sein wird. Was das Seminar mir bringen wird und ob es mir gelingen wird, einen ganzen Tag unter eventuell überlastenden Seminarbedingungen durchzustehen. Den daraus resultierenden Stress auszuhalten. Ich frage mich, was mich der Tag kosten wird.

Ich gehöre zur Stress-Risikogruppe, habe ein hohes Stresslevel und demnach dringenden Bedarf für ein solches Seminar. Irrwitzigerweise ist das Ergebnis des Präventionsseminars bisher jedoch Stress.

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